© Nadine Lang
Frankfurt liest ein Buch

Gott und die Welt

von Marie Luise Kaschnitz - Lesung mit Christoph Gerard Stein
StadtbibliothekLesungen
Was sagt Literatur, wenn gesellschaftliche Gewissheiten brüchig werden und persönliche Erfahrung zum Prüfstein öffentlicher Verantwortung wird?

Die bevorstehende Buchlesung widmet sich dem Werk „Gott und die Welt“ von Marie Luise Kaschnitz, einer Autorin, deren Texte bis heute durch ihre sprachliche Präzision und moralische Wachheit überzeugen.

Im Mittelpunkt stehen Texte aus jener Schaffensphase, in der Kaschnitz in Frankfurt lebte und schrieb. In einer Stadt im Übergang zwischen Wiederaufbau, Verdrängung und beginnender gesellschaftlicher Neuorientierung entwickelte sie eine Literatur, die das Private stets im Spiegel der Zeit betrachtet. Verlust, Einsamkeit und Selbstbefragung verbinden sich mit genauer Alltagsbeobachtung und einer unaufdringlichen, aber konsequenten Auseinandersetzung mit Schuld und Verantwortung nach der NS Zeit.

Schauspieler Christoph Gérard Stein liest mit besonderer Aufmerksamkeit für die leisen Töne dieser Texte. Im Fokus stehen nicht dramatische Zuspitzungen, sondern die innere Spannung, mit der Kaschnitz Wahrnehmung, Erinnerung und Haltung miteinander verschränkt. Die Lesung eröffnet einen konzentrierten Zugang zu einer Autorin, deren Sprache Orientierung bietet, wo einfache Antworten versagen.

Die Lesung findet im Rahmen der Literaturreihe „Frankfurt liest ein Buch“ statt.

Termine & Tickets

Preise: 7,- €/erm. 5,- €

Donnerstag (Einlass ab 19:30 Uhr)
23.Apr. 202620:00 Uhr