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HANS TUENGERTHAL
"Gehört der Balkan zu Europa?"
Vortrag

Preise

Eintritt: 9,60€
erm.: 6,30€
inkl. Gebühren

Balkan, der Name steht für eine unglaubliche Vielfalt von Landschaften, Völkern, Städten und Geschichten. Historische Vorgänge haben in dieser Region zwischen Orient und Okzident, zwischen den Metropolen Istanbul und Wien eine kulturelle Vielfalt geschaffen, wie wir sie sonst in Europa auf vergleichbar kleinem Raum nicht noch einmal erleben können. Der einstige Erdkunde- und Geschichtslehrer lernte diese Länder vor über einem halben Jahrhundert kennen, als Mitteleuropäer den Eindruck hatten, gleich hinter Belgrad beginnt der fremdartige Balkan. 2013, im Jahr vor den Gedenkveranstaltungen anläßlich des Ausbruchs zum 1.Weltkrieges bereiste er die Regionen wieder, besuchte Sarajewo, wo in einem Museum an das folgenschwere Attentat auf den Österreichischen Thronfolger erinnert wird. Er fuhr auch nach Srebenica, wo wir vor 2 Jahrzehnten erfahren mußten, daß der Balkan mit Recht als das Pulverfass Europas bezeichnet wurde. Die Völker auf dem Balkan haben in den letzten 3 Jahrhundert kaum ein Jahrzehnt erlebt, in dem nicht entweder Krieg herrschte oder totalitäre Systeme die Menschen knechtete. 

Um die Frage, ob der Balkan zu Europa gehöre, beantworten zu können, zeichnete der Referent alle von der UNESCO ausgewiesenen Weltkulturerbschaften auf eine Karte und staunte über die Fülle der zu schützenden Kulturleistungen, von denen sicherlich viele als abendländisch bezeichnet werden können. Doch auch wunderbare Kulturleistungen der Islamischen Zivilisation bereichern diese Brücke zwischen Mittel-Europa und Vorder-Asien. Die Brücke über die Drina soll beispielhaft für diese Brückenfunktion dieses Raumes stehen. Ivo Andric beschrieb das reiche, aber auch entbehrungsreiche Leben der Menschen im Umfeld dieser Brücke, dafür erhielt er 1961 den Nobelpreis für Literatur.

Lange waren viele Landschaften und Staaten für uns Bürger aus Westeuropa nicht zugänglich wie Albanien, das Land der Skipetaren, von dem Karl May Abenteuerliches berichtete. Die von ihm beschriebenen Schluchten des Balkans schufen eine Vielfalt, die nicht mehr in großflächigen und multi-ethnischen Staaten zusammengefaßt werden konnten, wie uns der Zerfall Jugoslawiens zeigt. In Albanien, kaum berührt von Tourismus, treffen wir auf Städte, die ihr Bild seit Jahrhunderten nicht verändert haben.

 

Genießen sie Bilder von den heiteren Landschaften Dalmatiens, deren kulturelle Vielfalt schon von den Griechen und Römern gestaltet wurde, aber beachten sie auch die lieblichen Ebenen an der Donau und die rauen Gebirge des Balkans mit byzantinischen Klöstern und islamischen Moscheen. Der Referent bemüht sich in dieser unübersichtlichen Vielfalt die Übersicht zu behalten, bzw. Ihnen diese zu vermitteln.

Hans Tuengerthal